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Failed Delivery

Woran Digital-Health-Projekte scheitern – und wie man es verhindert. Der häufigste Grund ist kein technisches, sondern ein organisatorisches Problem: fehlendes oder unzureichendes Projektmanagement. Vier Hebel entscheiden darüber, ob ein Projekt zum Erfolg wird.

Projektmanagement und Stakeholder-Kommunikation

Die häufigste Ursache für gescheiterte Digital-Health-Projekte ist kein technisches, sondern ein organisatorisches Problem, nämlich fehlendes oder unzureichendes Projektmanagement. Nicht abgestimmte Abläufe zwischen Entwicklung, Klinik, Regulatorik und Vertrieb, internen und externen Ressourcen, führen zu Reibungsverlusten, die sich im Projektverlauf exponentiell verstärken. Besonders kritisch ist die fehlende Kommunikation mit allen relevanten Stakeholdern, von den behandelnden Ärzten über die Kostenträger bis zu den Patienten und Investoren. Wer diese Gruppen nicht frühzeitig einbindet, entwickelt an den tatsächlichen Bedürfnissen vorbei.

Unterschätzte Komplexität und übersehene Anforderungen

Digital-Health-Projekte im regulierten Umfeld sind strukturell komplexer als klassische Software-Entwicklungsprojekte. Die Kombination aus MDR-Konformität, klinischer Validierung, Datenschutzanforderungen und Interoperabilitätsvorgaben schafft ein Anforderungsgeflecht, das in der Planungsphase regelmäßig unterschätzt wird. Hinzu kommen operative Anforderungen, die erst im späteren Projektverlauf sichtbar werden, etwa die Integration in bestehende Praxissoftware oder die Schulung von medizinischem Personal. Wer diese Komplexität nicht von Anfang an einplant und einpreist, gerät unweigerlich unter Zeit- und Kostendruck.

Vom Ende her planen: Klinischer Nutzen als Maßstab

Der entscheidende Denkfehler vieler Digital-Health-Projekte liegt in der falschen Reihenfolge: Man entwickelt ein technisch überzeugendes Produkt und fragt erst danach, wie es klinisch funktioniert. Die richtige Herangehensweise ist die umgekehrte. Vom Ende her planen bedeutet, zunächst zu definieren, welchen messbaren Nutzen das Produkt für den Patienten erbringen soll, wie es den Arzt bei der Therapieüberwachung konkret unterstützen muss, und warum Patienten es dauerhaft und gerne verwenden würden. Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, sollte die technische Umsetzung beginnen. Produkte, die diesen Grundsatz beherzigen, haben deutlich höhere Zulassungsquoten und Markterfolg.

Fazit

Failed Delivery ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis vermeidbarer Fehler. Strukturiertes Projektmanagement, frühzeitige Stakeholder-Einbindung, realistische Komplexitätseinschätzung und konsequentes Denken vom klinischen Nutzen her sind die vier Hebel, mit denen Digital-Health-Projekte zuverlässig zum Erfolg geführt werden können.

PS

Dr. Patrik Scholler

Berater für Digital Health, Life Sciences und Managed Delivery

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