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DiGA-Zulassung: Was internationale Anbieter beim Eintritt in den deutschen Markt wissen müssen

Der deutsche DiGA-Markt bietet enorme Chancen in einem komplexen regulatorischen Umfeld. Das Prüfungsverfahren beim BfArM, die hohen Anforderungen an klinische Evidenz, die Erstattungswege über GKV und PKV: Wer diese Mechanismen nicht versteht, verliert wertvolle Zeit und Ressourcen. Besonders für inner- und außereuropäische Anbieter gibt es unsichtbare Hürden, die eine fundierte Markteintrittsstrategie unerlässlich machen.

Das DiGA-Schnellprüfungsverfahren verstehen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) prüft DiGA-Anträge in einem zweistufigen Verfahren: Nach der vorläufigen Aufnahme muss der Hersteller klinische Evidenz nachliefern, um dauerhaft ins DiGA-Verzeichnis aufgenommen zu werden. Die Anforderungen an Datenschutz, Informationssicherheit und Interoperabilität sind dabei nicht verhandelbar und müssen bereits beim Antrag voll erfüllt sein.

Erstattung durch GKV und PKV

Eine DiGA-Zulassung bedeutet automatische GKV-Erstattungsfähigkeit, was im deutschen Markt sehr attraktiv ist. Der Erstattungsbetrag wird im ersten Jahr durch den Hersteller festgelegt, danach mit dem GKV-Spitzenverband verhandelt. Für alle Anbieter ist entscheidend, dass der Preis so gesetzt wird, dass die hohen Kosten für klinische Studien und kontinuierliche regulatorische Compliance zu einer Rendite führen und er gleichzeitig wettbewerbsfähig ist.

Spezifische Hürden für internationale Anbieter

Neben der CE-Kennzeichnung nach MDR und der DSGVO-Konformität müssen internationale Anbieter die Besonderheiten des deutschen Gesundheitssystems verstehen: die Rolle der Kassenärztlichen Vereinigungen, die Bedeutung von Leitlinien der Fachgesellschaften, realistischen Erwartungen an die Arzt-Patient-Kommunikation, schließlich die Motivation des Arztes zum Verordnen. Ein Markteintritt, der diese Faktoren nicht vollumfänglich optimal berücksichtigt, kann unabhängig von der Qualität des Produkts scheitern.

Empfehlung

Beginnen Sie bereits in der Projektfrühphase mit dem Aufbau regulatorischer Expertise. Stellen Sie sich die Verhandlung des Preises vor und planen rückwärts. Ein erfahrener Umsetzungspartner mit tiefem DiGA-Verständnis kann den Unterschied zwischen einem erfolgreichen Markteintritt und einem kostspieligen Scheitern ausmachen.

PS

Dr. Patrik Scholler

Berater für Digital Health, Life Sciences und Managed Delivery

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